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Haflingerfreunde aus der ganzen Schweiz trafen sich auf Einladung der Familie Pfyl aus Tuggen zu einer dreitägigen Ausfahrt.

 Wenn ein «Haflingerreisli» angekündigt ist – was erwartet einen? Die kleinen Transporter der Armee? Oder doch die Pferde? Wer vergangene Woche in der Region unterwegs war, dem wurde schnell klar: Es sind die Rösser. Von Mittwoch bis Freitag unternahm der Schweizerische Haflinger-Verein seinen mehrtägigen Ausflug durch die Linthebene. Gleich neun Gespanne mit teilweise sehr schön geschmückten Wagen erfreuten die Passanten.

Optimale Infrastruktur

Hinter dem Unternehmen steht Sepp Pfyl aus Tuggen. Er hat sich dieses Jahr für die Organisation des «Haflingerreisli» bereit erklärt, seine Frau Christa Pfyl sowie Elsbeth Schumacher aus Wollerau standen ihm zur Seite. Möglich ist das, weil Pfyl bereits seit 30 Jahren Haflinger-Pferde züchtet und zurzeit auf seinem Hof im «Sand» in Tuggen selber sieben Tiere dieser Rasse hält. Damit – und auch mit ihrem «Ritterstübli» – verfügen die Pfyls über eine optimale Infrastruktur, sodass Tuggen jeweils Start- und Zielort war. Alle Tiere konnten in Tuggen eingestellt und versorgt werden – und auch die menschlichen Teilnehmer kamen nicht zu kurz.

Angereist waren die circa 30 Haflingerfreunde aus der ganzen Schweiz. Pferde und Wagen werden meist auf Anhänger verladen, wobei es auch schon vorkam, dass einzelne Gespanne den ganzen langen Weg unter die Hufe nahmen, erinnert sich Sepp Pfyl.

Genügsame Tiere

25347Los ging es am Mittwoch mit der ersten Tour über Schmerikon und Eschenbach, mit Mittagshalt im Restaurant Hof in Bollingen. Natürlich sollte es dabei kein Gehetze geben, erklärt Pfyl, auch wenn die Haflinger äusserst willige und genügsame Pferde seien und selbst grösste Hitze und Kälte locker wegstecken würden. An Kraft und Temperament fehle es ihnen dennoch nicht. So könnten Haflinger als typische Freizeitpferde durchaus auch fürs Reiten, Springen oder gar als Arbeitstiere eingesetzt werden. Vor zehn Jahren hätten sie gar eine Dreitages-Tour über den Pragel absolviert, wie Pfyl stolz erzählt. Die Linthebene mit ihren wenigen und nicht so steilen Höhen biete sich für Ausflüge mit Haflinger-Pferden geradezu an, so der engagierte Tierfreund.

 

Spezielle Wagen

Auf der diesjährigen Tour aber gings gemütlich mit etwa 10 km/h vorwärts, was pro Tag eine Strecke von etwa 30 Kilometern ergibt. Selbstverständlich wird immer mal wieder an einer passenden Stelle gerastet. Wobei nicht nur die Tiere Durst hatten, auch die Passagiere auf den Wagonette-Wagen (mit Bänken) oder den Marathon-Wagen (mit Stehplätzen) genehmigten sich zwischendurch gerne einen Apéro.

Am Donnerstag folgte die Strecke rund um den Bildstein in Benken, das Mittagessen stand im Restaurant Pilgerhaus an. Die abschliessende Route vom Freitag führte durch die March, fürs Mittagessen bot sich das Restaurant Flugplatz in Lachen/Wangen an.

So verlief das diesjährige «Haflinger-reisli» durch die Linthebene zur Freude und Zufriedenheit aller – Pferde, Teilnehmer und Passanten. Es dürfte wohl nicht die letzte Einladung sein, die die Familie Pfyl aus Tuggen an ihre Haflingerfreunde aus der ganzen Schweiz richten wird.

 Bericht:  Andreas Knobel, Höfe24, Zeitung «March-Anzeiger»

Link:  https://march24.ch/articles/18800-neun-haflinger-gespanne-auf-linthtour