Bünderland 2011
Eine Reise mit Haflinger vor den Kutschen durch den Kanton Graubünden
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass in der Schweiz viel mit Haflingerpferden unternommen wird. So auch wieder in diesem Sommer wo 13 Gespanne einen Teil des Kanton Graubünden unter die Hufe genommen haben.
Am 6. August trafen sich 13 Gespanne auf der unter Pferdeleuten bestens bekannten St. Luzisteig, welche direkt
an das Fürstentum Lichtenstein angrenzt. Die St. Luzisteig war einst die Hochburg der Pferdetruppen der Schweizer
Armee, leider sucht man heute vergeblich nach einem Miststock voller Pferdeäpfel.
So gegen 11Uhr waren alle Gespanne startklar und ein kleiner Apèro stimmte uns auf die 7 Tage dauernde Bündnerreise ein.
Das OK, bestehend aus Reto Niggli und Hanspeter Sprecher welche beide im Prättigau wohnen, führten uns durch die wunderschöne Gegend.
Schon die ersten Kilometer durch die Weinberge der Bündner Herrschaft haben viele Leute zum staunen gebracht was da
sich auf den schmalen Strassen fortbewegte. Langsam bog sich unser Weg in das Prättigau in Richtung Fideris wo
zugleich unsere erste Uebernachtung stattfand.
Leider fing es in der Nacht an zu regnen was ja in den vergangenen Wochen bekanntlich oft der Fall war,
deswegen musste unsere Route über den Durannapass nach Arosa abgeändert werden weil dies einfach zu
schwierig geworden wäre, weil der Pass über keinen befestigten Weg verfügt. So fuhren wir bei strömendem
Regen wieder zurück in Richtung Landquart nach Chur, wo bereits eine Reservestallung organisiert war.
Am Morgen des 3.Tages wartete die Polizei auf uns, aber nicht etwa weil einer der 30 Teilnehmer die Zeche vom Vorabend
nicht bezahlt hätte, sondern weil wir mit Polizeibegleitung die Stadt Chur durchfuhren und somit auch Zugang durch
die Altstadt hatten, welche eine eindrückliche Kulisse für unseren Tross bot.
Einen kurzen Halt beim Altersheim Chur wo wir zur Begrüssung einen Kaffee erhielten, sah man den älteren Leuten
sichtlich die Freude an, welche unser erscheinen auslöste. Ohne Zwischenfall verabschiedeten wir unsere
Lotsen auf dem Weg Richtung Domat Ems und bogen auf den sogenannten Polenweg ein, der wiederum löste bei
unseren Haflingern Freude aus, weil hier konnten sie ihr Temperament voll einsetzen und trabten Richtung
Thusis. Bei einem Stall in Rothenbrunnen wurde Mittagsrast gemacht und es stellte sich heraus dass hier die
Pferde in der nächsten Nacht untergebracht werden. Weil es aber dafür noch viel zu früh gewesen wäre zog es
uns auf der linken Talseite weiter nach Thusis kurz danach bog der Weg ab Richtung Heinzenberg und auf halber
Höhe bogen wir rechts ab und ein herrlicher Ausblick über das ganze Domletschg lag vor uns.
Immer wieder hat sich auch Regen eingestellt und man glaubte kaum, dass es in den nächsten Tagen mit
dem Wetter besser werden sollte. Doch am Abend beim einstallen hat sich die Sonne vielversprechend von
diesem Tag verabschiedet.
Am Dienstagmorgen war es recht kühl doch die ersten Sonnenstrahlen kamen und wärmten unsere Gemüter auf.
In Gruppen fuhren die Gespanne los Richtung Bonaduz und von dort nahmen wir den Weg nach Versam durch die
imposante Rheinschlucht, das Ziel dieser eher kurzen Etappe war Valendas wo wir auf einem Pferdhof unsere
Pferde einstellen konnten.
Am Mittwoch stand eine Rundreise auf dem Programm und wie es sich herausstellte war diese für
die Pferde ganz ordentlich streng, denn wir fuhren nach Obersaxen und bei St.Martin ging es
wieder hinunter an den Rhein. In Tavanasa bogen wir auf den Radweg ein und nun konnten unsere
Haflinger bei leichtem Gefälle 11 Kilometer auf schönen Naturwegen traben.
In Illanz wurde dann eine Pause für Tier uns Mensch eingelegt und danach zog es uns wieder nach Valendas.
Die 6. Etappe führte uns zum Bahnhof Valendas und dann über den Rhein hoch nach Flims Waldhaus.
Auch hier mussten unsere Haflinger sich sehr anstrengen mussten doch einige Höhenmeter überwunden werden.
Danach aber ging es im Schritt oder leichtem Trab nach Trin. Dort mussten wir für ein paar Kilometer auf die
vielbefahrene Strasse um in Tamins wieder abgelegene Wege zu befahren. Den Pferden merkte man nicht an dass sie
in den letzten Tagen viel arbeiten mussten, alle waren bestens in Kondition. Die letzte Nacht unserer Reise
verbrachten die Pferde wieder in Chur und wir Menschen logierten in Hotel’s in Untervaz wo wir einen
gemütlichen Schlussabend erlebten.
Am Freitag war die letzte Strecke von Chur zu unserem Ausgangspunkt St. Luzisteig angesagt. Die
ersten Kilometer dem Rhein entlang und nach Zizers machten wir einen Abstecher zum Schloss Maschlins
wo uns eine Haflinger- Familie einen Apèro offerierte. Anschliessend ging es im flotten Trab weiter
bis Maienfeld und dann den Berg hoch zur St. Luzisteig. Hier fand bei einem gemütlichen Mittagessen
unter den grossen Buchenbäumen der Abschluss dieser sehr schönen Ferienreise statt. Alles wurde wieder
auf Anhänger verladen und Jede/r fuhr nach Hause. Die einen Richtung Bern die anderen in die Zentralschweiz
oder in den Norden der Schweiz. Man war sich einig, dass diese Reise nicht die letzte gewesen sein soll.
Wie immer werden solche Reisen auf www.haflinger.ch publiziert und viele Fotos und Berichte kann man anschauen.
In den 7 Tagen unserer Reise legten wir über 250 Kilometer zurück und wenn man die Höhenunterschiede
sieht welche bewältigt wurden, wird einem erst recht bewusst welche Leistungen die Haflinger und natürlich
auch die Teilnehmer vollbracht haben.
Text: Albert Peter
| Tagesetappen: | ||||
| Sa, 6.8.11 | St. Luzisteig - Grüsch - Fideris | 32 km | Route GPSIES.com | Fotos Tag 1 |
| So, 7.8.11 | Fideris - Chur | 34 km | Route GPSIES.com | Fotos Tag 2 |
| Mo, 8.8.11 | Chur - Rothenbrunnen - Illanz - Rothenbrunnen | 48 km | Route GPSIES.com | Fotos Tag 3 |
| Di, 9.8.11 | Rothenbrunnen - Bonaduz - Valendas | 25 km | Route GPSIES.com | Fotos Tag 4 |
| Mi, 10.8.11 | Valendas - Obersaxen - Valendas | 50 km | Route GPSIES.com | Fotos Tag 5 |
| Do, 11.8.11 | Valendas - Trin/Mulin - Chur | 40 km | Route GPSIES.com | Fotos Tag 6 |
| Fr, 12.8.11 | Chur - Schloss Marschlins - Maienfeld | 26 km | Route GPSIES.com | Fotos Tag 7 |
| St. Luzisteig - St. Luzisteig | 254 km | Gesamte Route GPSIES.com | ||
Bericht Albert Peter (pdf): download als pdf (230 kB)
Zeitungsberichte vom Bündner Tagblatt (pdf): download als pdf (2 MB)
Zeitungsberichte vom Prättigauer Herschäftler (pdf): download als pdf (2.6 MB)
Bericht vom Haflinger aktuell, Nov/Dez 2011 (pdf): download als pdf (4 MB)



